Mehr Wonig - mehr Blüten für die Bienchen!
Jul30

Mehr Wonig - mehr Blüten für die Bienchen!

In letzter Zeit werden wir immer häufiger von Menschen kontaktiert, die uns vorwerfen, wir würden den Bienchen ja die Blümchen wegnehmen. Dazu wollen wir hiermit Stellung nehmen und hoffen, damit alle Unklarheiten beseitigen zu können.

Die Idee zu unseren Honig-Alternativen haben wir von Omas Hausrezept, dem Löwenzahnhonig. Dieser wird schon seit Jahrzehnten selbst gemacht und auch heute sammeln noch viele Menschen Blüten und kochen diese mit Zucker ein, um daraus den leckeren Honigersatz zu machen. Wir haben aus dieser Idee heraus weitere Sorten entwickelt aus verschiedenen Pflanzen und Blüten oder auch aus Apfelsaft und Gewürzen.

Die Vorwürfe an uns sind hier in kursiv und blau geschrieben:

"Ja aber ihr klaut den Bienen doch die Blüten, dann haben sie ja nichts mehr zu essen."

Wir kaufen Bio-Blüten ein, die genau wie Obstbäume gepflanzt, um später geerntet zu werden oder aus vielen bio-zertifizierten Wildwuchsflächen stammen. Würden diese Bio-Blüten nicht nachgefragt z. B. für Extrakte, Aromen, Kosmetik usw. würden auf den hektargroßen Anbauflächen sicher keine Blüten wachsen, ergo wird mit der Nachfrage nach Blüten dafür gesorgt, dass die Bienchen viel mehr Nektar haben. Andernfalls würden diese Anbauflächen anderweitig genutzt, z. B. für die riesigen Monokulturen oder anderes, was den Bienen eher schadet.

Verschiedene Blumen haben verschiedene Blühzeiten, viele blühen nur 3-7 Tage, manche 1-2 Wochen. In der Blühzeit befindet sich der Nektar in den Blüten, der so wichtig für die Bienen und ihre Ernährung ist.

Also werden die Blüten auch nicht gleich am ersten Blüh-Tag gepflückt, sondern meist erst kurz vor dem Verblühen, zumal die Blüten ja auch versetzt blühen und immer genügend für die Bienen bleiben. Wir haben u. a. Partner hier in Deutschland, die extra darauf achten, dass sich die Bienchen erstmal den Nektar holen dürfen. Dadurch haben sie eine Vielfalt an den verschiedensten Wildblumen, die auch noch pestizitfrei sind, die es ohne die Nachfrage gar nicht geben würde.

Das wirkliche Problem sind u. a. die Monokulturen, die immer häufiger in der Landwirtschaft angebaut werden, oder das Abmähen ganzer Blumenfelder bevor sie überhaupt richtig blühen. So werden z. B. in verschiedenen Städten ganze Grünstreifen an Autobahnen regelmäßig abgemäht, anstatt dort alles wild wachsen zu lassen. Und ein weiteres Problem sind natürlich die Pestizide, die überall gespritzt werden.

"Wildblumen anpflanzen und Blumensamen sähen ist ja auch ein Eingriff in die Natur".

Ernsthaft? Was ist mit Obst anbauen und Salat pflanzen?

Die Menschen schwängern Kühe, damit sie Kälber gebären, um diese dann zu töten, damit sie die artfremde Muttermilch trinken können. Die Menschen nehmen Tieren ihre Nahrung weg, züchten sie unnatürlich hoch, damit sie mehr Milch, mehr Honig, mehr Fleisch und mehr Eier "produzieren". Tiere werden zu Produktionsmaschinen, Küken werden vergast und geschreddert, Tiere werden zum Spaß getötet, Regenwälder gerodet usw. usw.

Und Blümchen pflanzen ist ein Eingriff in die Natur? Sorry aber ich hoffe ihr merkt selbst wie absurd das klingt. Selbst wenn man es Eingriff nennen möchte, etwas zu pflanzen, dann ja wohl eher ein positiver!

"Aber wir brauchen doch die Imker"

bieneDazu holen wir jetzt ein wenig weiter aus.

"Bienen sind älter als Menschen. Wegen ihrer Ernährungsweise (Honig und Pollen) können Bienen schon in der mittleren Kreide (vor 90 Millionen Jahren) entstanden sein. Die ersten Honigbienen fand man in 50 Millionen Jahre altem Bernstein aus dem oberen Eozän. Als sich vor 5 Millionen Jahren Menschen entwickelten, waren bereits Honigbienenvölker vorhanden. " (Quelle: LIB *1)

Ergo die Biene ist ein Naturvolk, welches schon vor der Menschheit alleine und in Frieden leben konnte. Sie brauchten die Menschen nicht.

Dann wurde mit der Biene experimentiert, sie wurde immer weiter gezüchtet, mit anderen Bienenarten zu gekreutzt, künstlich besamt und aus der Natur in die eigenen Behausungen geholt. Die ursprüngliche Honigbiene ist längst ausgestorben, es wurden verschiedene Rassen herangezüchtet und vom Menschen abhängig gemacht.

Vielleicht habt ihr von der sogenannten Killerbiene gehört, diese wurde durch Kreutzungen herangezüchtet. Und das nur, damit die Menschen mehr Honig "ernten" können. (*3)

Heutzutage gibt es also die gezüchteten Honigbienen und die vielen verschiedenen Wildbienen.

"Die Wildbienen sind heute vom Aussterben bedroht. Mehr als 561 Arten gelten als bestandsgefährdet. Den größten negativen Einfluss auf die Bestände hat dabei die Landwirtschaft (Flurbereinigung, großflächige Monokulturen, intensivierte Grünland- und Ackernutzung, Wildkräuterbekämpfung)" (Quelle: Deutschland summt *2)

Dass die Wildbienen vom Aussterben bedroht sind, liegt unter anderem auch daran, dass ihr der Lebensraum genommen wird. Sie brauchen Platz, den es kaum noch gibt.

Und hier kommen wir zu dem Vorwurf, dass wir alle Imker verteufeln. Wir verurteilen die Ausbeutung jeglicher Tiere (und auch Menschen!), Züchtung, Zwangsbesamung und all die unnatürlichen Dinge, die der Mensch den Tieren antut. Dadurch sind wir heute erst in dem Dilemma.

Die europäische Honigbiene kann heute leider nicht mehr ohne Imker existieren. Es gibt keine natürlichen Nistmöglichkeiten mehr und die Bienen können nicht mit den eingeschleppten Parasiten (Varroamilbe) zurecht kommen.

Ob man der Honigbiene wirklich Honig entnehmen muss, weil diese durch die Züchtung mehr produziert als sie benötigt, scheint unumstritten. Ein Grund ist, wenn z. B. zuviel Honigtau im Stock ist, dieser kristallisiert und die Bienen verhungern. Auch sammeln die Bienen immer mehr und mehr Honig, auch wenn sie schon genug haben, wobei sie sich selbst den Platz nehmen.

Wir möchten an dieser Stelle aber noch einmal anmerken, dass dies eben ein menschengemachtes Problem ist. Hätte man die Bienen in Ruhe gelassen, nicht gekreuzt und gezüchtet, würden sie auch nur den Honig machen, den sie benötigen. So wie es vor Millionen von Jahren schon funktioniert hat.

Hier ist also ein Eingriff des Imkers nötig. Auch sonst hat der Imker vielfältige Aufgaben, um das Wohlergehen der Honig-Bienen zu gewährleisten. Die Biene ist also über die vielen Jahre zum Haustier mutiert.

Dabei kommen wir aber zum nächsten Problem. Die meisten Imker halten Bienen nicht, weil sie ihnen vorrangig ein zu Hause geben möchten, sondern weil sie Profit auf Kosten der kleinen Tierchen machen wollen. Sie nehmen viel mehr Honig weg als nötig und füttern Zuckerwasser. Auch sonst ist die gesamte Haltung nur darauf ausgelegt, am Ende des Tages möglichst viel Honig zu verkaufen. Oftmals ist die Bienenhaltung genauso eine Massentierhaltung wie auch bei Hühnern, Schweinen oder Kühen. Schaut euch hierzu unbedingt den Film "More Than Honey" an, da bekommt ihr einen ganz guten Einblick in die "Honigproduktion".

"Aber der kleine Imker um die Ecke..."

Wievie gibt es davon? Wir bestreiten gar nicht, dass es mittlerweile viele kleine Hobby-Imker gibt, denen das Wohl der Bienen wirklich am Herzen liegt. Die eben wirklich nur den Überschuß nehmen und ansonsten dafür sorgen, dass es den Bienen gut geht. Aber mal ehrlich, wieviele Menschen sollen mit diesem Überschußhonig versorgt werden?

Mittlerweile werden 70% des Honigs importiert und die heimischen Imker haben 2017 ca. 28.600 Tonnen selbst produziert. Was schätzt ihr wieviele Imker dabei sind, denen es in erster Linie um das Wohl der Tiere geht?

Diese sogenannten Hobby-Imker sind selten und wenn du zu ihnen gehörst, dann musst du dich von uns auch nicht bedroht, bzw. angegriffen fühlen. Selbst wenn 80% der Menschen irgendwann vegan leben, so gäbe es noch genug Abnehmer*innen für euren Honig. Wir versorgen gerne die anderen 80%. :)

Ein weiterer wichtiger Aspekt darf aber auch hier nicht vergessen werden, die Honigbiene steht in Nahrungskokurrenz zur Wildbiene. Je mehr Honigbienen, desto weniger Wildbienen, die wir aber zur Erhaltung des ökologischen Systems viel mehr brauchen.

Ihr merkt selbst, es ist verzwickt und es muss grundlegend etwas verändert werden.

Wenn ihr noch Anmerkungen oder Ergänzungen habt, schickt uns gerne eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wollt ihr irgendwelche Hasstiraden loswerden, schont lieber eure Nerven, das ist gesünder. :)

*1: https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/index.php?id=119
*2: https://www.deutschland-summt.de/gefaehrdung.html
*3: https://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanisierte_Honigbiene

 

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